Über uns

Die Beratungsstelle Westhoffstraße ist eine Einrichtung des Sozialen Zentrums Dortmund e. V. - einem gemeinnützigen Träger der freien Wohlfahrtspflege. Für die Angebote der Beratungsstelle verfügt das Soziale Zentrum über die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) und über die staatliche Anerkennung als Schwangerschaftsberatungsstelle nach § 9 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SchKG).

Rechtsanspruch

Beide Gesetze formulieren einen Rechtsanspruch auf Beratung.

„Jede Frau und jeder Mann hat das Recht, sich zu den in § 1 Abs. 1 genannten Zwecken in Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung sowie in allen eine Schwangerschaft unmittelbar oder mittelbar berührenden Fragen von einer hierfür vorgesehenen Beratungsstelle informieren und beraten zu lassen“ (§ 2 (1) SchKG).

„Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“ (§ 1 (1) SGB VIII).

„Kinder und Jugendliche haben das Recht, sich in allen Angelegenheiten der Erziehung und Entwicklung an das Jugendamt zu wenden“ (§ 8 (2) SGB VIII).

„Kinder und Jugendliche können ohne Kenntnis des Personensorgeberechtigten beraten werden, wenn die Beratung aufgrund einer Not- und Konfliktlage erforderlich ist und solange durch die Mitteilung an den Personensorgeberechtigten der Beratungszweck vereitelt würde“ (§ 8 (3) SGB VIII).

„Mütter und Väter haben im Rahmen der Jugendhilfe Anspruch auf Beratung in Fragen der Partnerschaft, wenn sie für ein Kind oder einen Jugendlichen zu sorgen haben oder tatsächlich sorgen. Die Beratung soll helfen,

  1. ein partnerschaftliches Zusammenleben in der Familie aufzubauen,
  2. Konflikte und Krisen in der Familie zu bewältigen,
  3. im Fall der Trennung oder Scheidung die Bedingungen für eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen förderliche Wahrnehmung der Elternverantwortung zu schaffen.“ (§ 17 (1) SGB VIII).


„Mütter und Väter, die allein für ein Kind oder einen Jugendlichen zu sorgen haben oder tatsächlich sorgen, haben Anspruch auf Beratung und Unterstützung…“(§ 18 (1) SGB VIII).

„Ein Personensorgeberechtigter hat bei der Erziehung eines Kindes oder eines Jugendlichen Anspruch auf Hilfe (Hilfe zur Erziehung), wenn eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist und die Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist“ (§ 27 (1) SGB VIII).

„Kinder oder Jugendliche haben Anspruch auf Eingliederungshilfe, wenn

  1. ihre seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht, und
  2. daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist“ (§ 35a (1) SGB VIII).

Wunsch- und Wahlrecht

Die Mitwirkung freier Träger bei der Erfüllung dieser Ansprüche ist gesetzlich gefordert. Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. In unserer freiheitlichen Gesellschaft sollen Menschen mit ihren unterschiedlichen Lebensstilen, Lebensentwürfen, Ansichten, Glaubensrichtungen und Weltanschauungen friedlich und gleichberechtigt zusammenleben.

Vor diesem Hintergrund sehen beide Gesetze ein Wunsch- und Wahlrecht vor, das den individuellen Interessen und Wünschen von Ratsuchenden Rechnung tragen soll.

„Die Länder stellen ein ausreichendes Angebot wohnortnaher Beratungsstellen für die Beratung nach § 2 sicher. Dabei werden auch Beratungsstellen freier Träger gefördert. Die Ratsuchenden sollen zwischen Beratungsstellen unterschiedlicher weltanschaulicher Ausrichtung auswählen können“ (§ 3 SchKG)

„Die Leistungsberechtigten haben das Recht, zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger zu wählen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung der Hilfe zu äußern. Sie sind auf dieses Recht hinzuweisen“ (§ 5 (1) SGB VIII).

Freiwilligkeit, Kostenlosigkeit, Verschwiegenheit

In aller Regel ist es Ihrer freien Entscheidung überlassen, ob Sie Beratung und Hilfe in Anspruch nehmen wollen (Prinzip der Freiwilligkeit). Unsere Angebote sind für Sie kostenlos. Alle unsere Beraterinnen und Berater unterliegen der Schweigepflicht. Grundsätzlich gilt: Alles, was Sie uns in einer Beratung anvertrauen, wird von uns als Ihre schützenswerte Privatangelegenheit vertraulich behandelt. Sollte es sinnvoll sein, bestimmte Informationen an Dritte – etwa an die Schule bei einem Schulproblem – weiterzugeben, geschieht das nur mit Ihrem Einverständnis, indem Sie uns schriftlich von der Schweigepflicht entbinden.

Es gibt jedoch Ausnahmen:

Sollten Sie einen Schwangerschaftsabbruch erwägen, schreibt in Deutschland das Gesetz zwingend eine Beratung vor, die wir Ihnen bescheinigen.

Bei Gefährdung des Kindeswohls kann das Jugendamt eine ambulante erzieherische Hilfe bei uns einleiten. Ob Sie diese Hilfe dann bei uns in Anspruch nehmen wollen, bleibt weiterhin Ihnen überlassen. Kommt die Hilfe zustande, arbeiten Jugendamt, Sie und wir in einem transparenten Verfahren eng zusammen. In bestimmten Abständen berichten wir dem Jugendamt gegenüber über den Fortschritt der Hilfe.

Haben Sie weitere Fragen, können Sie sich gerne an uns wenden

info(at)westhoffstrasse.de

Soziales Zentrum Dortmund e.V.
Der Paritätische in Dortmund